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Willkommen in der Welt der Oper, des Konzerts, des Balletts, des Musicals

Auf dieser Seite finden Sie Kritiken meiner Opern- und Konzertbesuche und bekommen Informationen rund um Spielpläne und Opernhäuser (vorwiegend aus der Schweiz und aus Deutschland). Die Premierenberichte erscheinen wann immer möglich am Tag nach der Premiere und damit in aller Regel vor den Printmedien.

Ich wünsche allen viele unvergessliche, spannende und aufwühlende Opernbesuche.

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Winterthur, Stadthaus: MOZART, TSCHAIKOWSKY, BEETHOVEN; 05.11.2026

Erstellt von Kaspar Sannemann | | Strawinsky, Tschaikowsky, Prokofiew

Der Konzertmeister des Musikkollegiums Winterthur, Bogdan Božović, spielt Tschaikowskys Violinkonzert. Dirigent Christoph Koncz leitet ausserdem Kompositionen von Mozart und Beethoven

Werke:

Wolfgang Amadeus Mozart: Ouvertüre zu DIE ZAUBERFLÖTE | Uraufführung: 30. September 1791 in Wien |

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: VIOLINKONZERT D-DUR | Uraufführung: 4. Dezember 1881 in Wien |

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 in c-Moll | Uraufführung: 22. Dezember 1808 in Wien

 

Stadthaus Winterthur, Bau von Semper Bild: K. Sannemann

Kritik: erscheint am 6.11. ab 15 Uhr an dieser Stelle

Werke:

Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Oper DIE ZAUBERFLÖTE hält sich seit über 200 Jahren in den Spitzenrankings der am häufigsten aufgeführten Opern weltweit. Die märchenhafte, wenn auch mit etlichen mehr oder weniger versteckten Hinweisen auf die Freimaurer versehene Handlung, vermag „in die Zeiten hineinzuwirken und jeder Generation ein Gleichnis, einen Grundriss menschlicher Spannungen zu geben ... " (Günther Rennert). Selbst Richard Wagner schrieb: „ Die Quintessenz aller edelsten Blüten der Kunst scheint hier zu einer einzigen Blume vereint und verschmolzen zu sein. Welch ungezwungene und zugleich edle Popularität in jeder Melodie ... .“ Und Friedrich Hegel schwärmte von der „Tiefe und der Lieblichkeit der Musik, welche die Phantasie erfüllt und das Herz wärmt.“

Schikaneder hatte den richtigen Riecher für ein effektvolles Libretto gehabt (er selbst sang den Papageno). Zaubermärchen mit hohen und niederen Paaren, Bühnenzauber und Komik gepaart mit moralisierenden Elementen waren damals gross in Mode.

Mozart komponierte die Oper in den letzten Monaten seines kurzen Lebens, in welchen materielle Not und Krankheit seine ständigen Begleiter waren. Der Erfolg des Werks steigerte sich von Aufführung zu Aufführung. Den materiellen Erfolg der Oper erlebte Mozart leider nicht mehr; er starb gut zwei Monate nach der Uraufführung.

Eine Aufnahme der Rachearie der Königin der Nacht mit der Sopranistin Edda Moser befindet sich an Bord der Raumsonde Voyager 2, welche unser Sonnensystem verlassen wird ... Dies unterstreicht wohl aufs Deutlichste die Bedeutung von Mozarts letzter Oper.

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) konzipierte sein einziges Violinkonzert während eines Aufenthalts in Clarens am Genfersee, wohin er sich in depressiver Stimmung nach seiner gescheiterten Ehe zurückgezogen hatte. Begleitet wurde er von seinem Freund (Geliebten?) und Schüler, dem Geiger Josef Kotek. Die Idee, das Konzert Kotik zu widmen, verwarf er wieder, da er befürchtete, dass die Art seiner Beziehung zu diesem jungen Mann damit öffentlich ausgeschlachtet würde. Kotik lehnte es später auch ab, das Konzert zu spielen. Tschikowsky zog eine Widmung für den bekannten Geiger Leopold Auer in Betracht, doch dieser wies die Partitur als unspielbar zurück. Somit verstrich weitere Zeit und erst als Tschaikovsky einen anderen bekannten Geiger, Adolph Brodsky, kontaktierte und ihm das Konzert widmete, erlebte es in Wien unter der Leitung von Hans Richter seine nicht unbestrittene Uraufführung. Vor allem Eduard Hanslick ging mit dem Werk ganz fürchterlich ins Gericht („ es bringt uns auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben könnte, die man stinken hört“). Welcher Musikkritiker würde sich heutzutage noch erlauben, solche Worte zu schreiben? Doch wie bei allen Meisterwerken üblich: Qualität vermag sich eben doch durchzusetzen, und so wurde im Verlauf der Zeit Tschaikowskys Violinkonzert zu einem der beliebtesten Stücke seiner Gattung und ist aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken. Selbst Auer bereute in späteren Jahren sein Urteil und zog das Werk immer wieder für seinen Unterricht heran. Unter seinen Schülern war auch Jascha Heifetz, der einer der ganz grossen Interpreten von Tschaikowskys Opus 35 wurde.

Ludwig von Beethoven (1770-1827) brauchte vier Jahre, um seine fünfte Sinfonie fertigzustellen. Entstanden ist eines der grössten und populärsten Werke der gesamten Klassikliteratur, ein Werk, dessen eröffnendes Schicksalsmotiv (aus drei pochenden Achteln auf der fünften Stufe, dann abwärts auf der Terz verharrend) das dermasen berühmt geworden ist, dass es wohl jeder/jede sogleich dem Komponisten Beethoven zuzuordnen weiss. Die Entstehung des Werks fiel in die Zeit, als sich das Gehörleiden Beethovens immer mehr verschlimmert hatte. Das Schicksalsmotiv dieser “Schicksalssinfonie” ist aber nicht nur Ausdruck eines persönlichen Schicksals, das es zu überwinden galt. Beethoven war ja auch Humanist und ein politisch sehr interessierter und gebildeter Mensch. Nach seiner anfänglichen Begeisterung für Napoleon (der durch die Eroberung weiter Gebiete zum Schrecken Europas und zum Verräter an den Idealen der Französischen Revolution geeworden war) zerriss er die Widmung der dritten Sinfonie (Eroica) an Napoleon. In der fünften Sinfonie nun “klopft das Schicksal an die Pforte” (Zitat von Beethoven). Aber dieses dräuende Schicksal gilt es zu überwinden und Beethoven traut das dem Individuum und der Menschheit zu. Die Sinfonie berichtet von einem zähen Ringen und anstrengendem Kampf, um vom Dunkel ins Licht zu gelangen, sie ist ein Polädoyer dafür, nicht in fatalistischer Ergebenheit zu verharren, sondern die Herausforderungen des Schicksals anzunehmen, dagegen anzukämpfen und über die dunkeln Kräfte zu triumphieren. Nach dem düsteren Allegro des dritten Satzes geht es mit gespannter Erwartung von der Finsternis in die Erlösung im Finalsatz: Wie ein elementares Ereignis bricht sich der Triumph über das dunkle Schicksal Bann. Eine positiv gestimmte Wucht, der sich niemand entziehen kann.

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